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Posaunenchor der Jakobusgemeinde feiert 50-jähriges Bestehen

Freiendiezer feiern klangvoll 50 Jahre Posaunenchor

Festgottesdienst in der Jakobuskirche zum Jubiläum – Chorgründer und -leiter Dieter Sahmer blickt dankbar zurück

DIEZ-FREIENDIEZ. (15. März 2013) Mit einem klangvollen Festgottesdienst feierte der Posaunenchor Diez-Freiendiez am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen. Eindrucksvoll gaben sich Trompeten, Hörner und Posaunen, unterstützt von den Posaunenchören aus Klingelbach und der Diezer St. Peter-Gemeinde ein festliches Stelldichein, das Landesposaunenwart Johannes Kunkel zur Feier des Tages dirigierte. Mit dem Chor feierte auch dessen Gründer und Leiter Dieter Sahmer sein 50. Dienstjubiläum als Chorleiter, mit dem er den Dienst gleichzeitig in jüngere Hände legt.

In dem von Dekan Christian Dolke und Dekan i. R. Hans-Otto Rether liturgisch gestalteten Gottesdienst stimmte auch die Gemeinde immer wieder in das prächtige Gotteslob ein. Rether, der das Wirken des Chores und seines Chorleiters immerhin 37 Jahre als Freiendiezer Gemeindepfarrer begleitet hat, lobte in seiner Festpredigt die Generationen zusammenführende Arbeit , die Dieter Sahmer zusammen mit seiner Frau Rita aufgebaut und fünf Jahrzehnte lang gepflegt habe. Zu den vielen Gratulanten zählte auch der Kirchenvorstandsvorsitzende der evangelischen Jakobusgemeinde Bernd Linkenbach, der dem Chor und seinem langjährigen Chorleiter für ihr beispielhaftes Engagement dankte.

„Der Abschied fällt mir nicht leicht“, gestand Sahmer, aber er habe sich das „50-Jährige“ zum Ziel gesetzt, sich zurückzuziehen. Und nachdem ein Nachfolger gefunden ist, tut der 73-Jährige das auch mit gutem Gewissen. Dass sich der Chorleiter diesen „Ruhestand vom Unruhestand“ mehr als redlich verdient hat, beweisen die 15 prall gefüllten Bände, in denen Sahmer die Chronik des Chores zusammengetragen hat. Dort erinnert er sich auch daran, dass er vor der Gründung eigentlich „von Tuten und Blasen“ keine Ahnung hatte. Als engagierter Mitstreiter in den Reihen des CVJM-Westbundes war ihm das Gitarre-Spielen zunächst wichtiger, bevor er zu Trompete und Tenorhorn griff. Erst 1972 absolvierte er erfolgreich seine Chorleiter-Prüfung. Die Begeisterung für den Blechbläserklang und seine soziale Wirkung ließ den ehrenamtlichen Vollzugshelfer 1979 sogar einen Posaunenchor in der JVA Diez gründen, den er heute noch leitet.

Ungenutzte Instrumente aus Eppenrod und der dortige Gemeindepfarrer August Rethemeier begeisterten im Jahr 1962 den 22-Jährigen für die Idee, einen Chor zu gründen, zumal ihn der Posaunenklang schon bei Großveranstaltungen wie 1955 „Posaunen rufen Frankfurt“ beeindruckte. Dann kam Sahmers Motivationskunst zum Einsatz: 15 junge Leute waren sofort Feuer und Flamme, begannen im März 1963 mit den Proben. Noch im gleichen Jahr gab es den ersten Auftritt. Sahmer führte nicht nur den Taktstock. Immens ist das Drumherum zur Organisation von Noten, Instrumenten, Auftritten, und dem, was hinter den Kulissen zum klingenden Lob Gottes zu organisieren war. Auch das unermüdliche „Klinkenputzen“, um immer wieder Schüler und Nachwuchskräfte für den Chor zu gewinnen, gehörte dazu; für manche Jungbläser fungierte er sogar als Taxi. „Ich bin sehr froh und stolz, mit wie viel Engagement da der ganze Chor immer mitzog“, so Sahmer. Neben den Proben jeden Dienstag war an vielen Abenden, an Wochenenden und Feiertagen Verlass auf den Einsatz von Bläserinnen und Bläsern der Jakobusgemeinde. Während Andere unterm Weihnachtsbaum etwa gemütlich Geschenke auspackten, zog der Posaunenchor viele Jahre an Heilig Abend vom Gottesdienst in der Jakobuskirche noch zum Blasen in Krankenhaus und Altenheim und krönte den Tag mit der Mitwirkung an der Christmette in Habenscheid, um morgens wieder Weihnachtslieder anzustimmen. Nur die bedeutendsten der zwischen 40 und 60 Einsätze im Jahr sind in einer Festschrift zum Jubiläum übersichtlich aufgeführt.

Handlich und sehr lesenswert aufbereitet finden sich in der von ihm, Wolfgang Dieter Kaul, Dekan i. R. Hans-Otto Rether, Rita Sahmer und Peter Sahmer zusammengestellten Broschüre die 50 Jahre Posaunenchor-Geschichte wieder. Die Skizze eines schlichten Schallbechers ziert den Titel, ein Sinnbild für die Motivation von Chor und Chorleiter für deren Engagement. Sahmer: „Es ging in den 50 Jahren nie nur um die Musik, sondern immer auch um den Inhalt, wie es der 150. Psalm für alle Blechbläser ausdrückt: Lobet den Herrn mit Posaunen!“. Er selbst ist froh, dass er in der Familie und gerade seiner Frau dabei stets die volle Unterstützung erfahren hat &ndah; auch bei der Ausbildung junger Bläserinnen und Bläser sowie als aktives Mitglied im Chor. Motiviert habe ihn in der Chorarbeit wie bei all seinem kirchlichen Engagement stets sein Konfirmationsspruch: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht“. Dem will Sahmer als Bläser in den Reihen des Chores zusammen mit seiner Frau auch weiterhin treu bleiben.

Beim gemeinsamen Mittagessen im Gemeindehaus wurde einmal mehr der familiäre Zusammenhalt des Chores erlebbar und zahlreiche Gratulanten überbrachten ihre Glückwünsche.

Bernd-Christoph Matern
Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn

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Gut gefüllt mit Besuchern und schönem 
Blechbläserklang war die Jakobuskirche, wo der Posaunenchor der 
Kirchengemeinde Freiendiez mit einem Festgottesdienst an sein 50-jähriges 
Bestehen erinnerte.
15 dicke Bände umfasst die von Dieter Sahmer 
zusammengestellte Chronik des Posaunenchores der evangelischen Jakobusgemeinde 
Diez-Freiendiez.